13.02.2010: Mit Sicherheit investieren

Mit Garantiefonds sind die Anleger erstaunlich gut durch die Finanzkrise gekommen. Während offene Aktienpositionen das investierte Geld phasenweise halbierten, lagen viele Garantiefonds auch im Frühjahrstief 2009 deutlich im Plus.

Niedrige Zinsen und risikoreiche Börsen. Bundesweit liegt viel Geld auf Tages- und Festgeldkonten und wartet auf attraktive Anlagemöglichkeiten. Sparkassen und Volksbanken konzentrieren sich in ihrer Anlageberatung in dieser Phase gerne auf Garantiefonds. In dieser Newsletterausgabe nehmen wir diese Anlageklasse daher in den Fokus.

Über Wertsicherungsanlagen wird viel geschrieben. Leider auch viel Unfug. Nur die Anbieter würden verdienen, für den Anleger bliebe nach Abzug aller Kosten wenig übrig. In namhaften Verbraucherzeitschriften ist gar nachzulesen, dass man sich solche Garantieprodukte auch leicht selbst nachbauen könne. Man solle lieber in offenen Aktienpositionen investiert sein und das Geld liegen lassen. Diese Strategie hat nur leider in den vergangenen 10 Jahren nicht funktioniert. Mit den meisten offenen Aktienpositionen liegen die Anleger auch nach langen Zeiträumen deutlich unter dem Einstand, abzulesen an der Entwicklung des Dax über 10 Jahre.

Ein Blick auf die Garantiefonds vom Marktführer Union-Investment offenbart erstaunliches: Fast alle bisher aufgelegten Garantiefonds sind deutlich im Plus und zwar mit absoluten Wertentwicklungen zwischen 0 und 30%. Und das galt auch im März 2009, als die Börsen weltweit ihren Tiefpunkt erreicht hatten.

Das "Geheimnis dieses Erfolges": Union Investment arbeitet mit dem sogenannten Durchschnittsprinzip. Der Anleger partizipiert nicht an der absoluten, sondern an der durchschnittlichen Wertentwicklung des sogenannten Underlyings (zugrunde liegender Markt oder Index). Quartal für Quartal werden die Indexstände festgestellt und die Gesamtperformance ergibt sich als arithmetisches Mittel aus allen Einzelständen über die komplette Laufzeit. In Phasen, in denen die Märkte geradewegs und kontinuierlich nach oben gehen, kostet diese Konstruktion zwar Rendite, in Phasen turbulenter Märkte spielt sie ihre Vorteile jedoch eindrucksvoll aus. Denn auch die temporäre Wertentwicklung wird über das Durchschnittsprinzip teilweise abgegriffen und für den Anleger gesichert. Das Durchschnittsprinzip ist immer dann überlegen, wenn man mit einer Aufwärtsphase der Märkte in den kommenden Jahren rechnet, aber auch heftige Rückschläge mit ins Kalkül ziehen will.

Ein Ende 2006 auf Rohstoffe (Commodities) aufgelegter Garantiefonds der Union verdeutlicht den Konstruktionsvorteil. Während die Rohstoffmärkte in diesem Zeitraum deutlich unter ihren Einständen liegen, ist der Fonds mit 15% im Plus. Natürlich wird der aktuelle Fondspreis auch durch das gefallene Zinsniveau begünstigt, dennoch konnte sich der Fonds kraft Konstruktion ein Teil dessen sichern, was an den Rohstoffmärkten bis Mitte 2008 passiert war.

Nach der heftigen Marktkonsoldierung 2008 halten wir Garantiefonds auf Rohstoffe mit Durchschnittsprinzip für sehr aussichtsreich.

Richtig ist, dass die Garantie des Einstandspreises zur Endlaufzeit Rendite kostet, vor allem dann, wenn die Fondsgesellschaft marktbedingt keine volle Partizipation am Markterfolg gewährleisten kann. Und richtig ist auch, dass ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 4% fällig ist, der ebenfalls verdient werden muß.

Richtig ist aber auch, dass sich im letzten Jahr kaum jemand offene Aktienfonds ins Depot gelegt hat, während diejenigen, die im März 2009 den Deutschlandgarantiefonds UniGarant: Deutschland gezeichnet haben, ein gutes halbes Jahr später nach Abzug aller Kosten auf stolze 25% Wertentwicklung geblickt haben. Wer also das volle Risiko einer Aktienanlage scheut und dennoch eine gute Chance haben möchte, an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu partizipieren, sollte sich zu diesen Produkten beraten lassen.

Sowohl Deka als auch Union Investment sind aktuell mit einem Europagarantiefonds am Start.

 

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